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Skript Wissenschaft Informatik

Skript Technische Informatik 

Skript Algorithmen

Vorträge technische Informatik

Gruppe 1: Physikalische Grundlagen – Vom Halbleiter zum Schalter (Hosna & Marie)

Aufgabenstellung: Erklärt die physikalische Basis unserer Computer und wie aus Halbleitern elektronische Schalter gebaut werden.

Kern (Einzelvortrag / Person 1): Halbleiterphysik und Transistoren

  • Erklärt das Konzept der Dotierung (n-Dotierung für freie Elektronen, p-Dotierung für Löcher/Verarmung).
  • Zeigt, warum die Grenze zwischen N- und P-dotierten Bereichen isoliert.
  • Erläutert die Funktionsweise von Feldeffekttransistoren (NMOS und PMOS) als durch Spannung steuerbare elektronische Schalter.

Zusatz (Doppelvortrag / Person 2): Historie und Miniaturisierung

  • Zeichnet die historische Entwicklung der logischen Schalter nach: Mechanische Relais → Vakuumröhren → Transistoren → Integrierte Schaltkreise (ICs).
  • Erklärt kurz das „Moore’sche Gesetz“ und warum die Miniaturisierung aktuell an physikalische Grenzen stößt.

Nicht Teil des Vortrags: Detaillierte Erläuterungen zu Bipolartransistoren (es reicht die Nennung, dass FETs für Computerchips wichtiger sind).


Gruppe 2: Kombinatorische Logik I – Das CMOS-Prinzip und universelle Gatter (Josie & Berfin)

Aufgabenstellung: Zeigt, wie aus den Transistoren aus Gruppe 1 logische Gatter gebaut werden und warum bestimmte Gatter besonders wichtig sind.

Kern (Einzelvortrag / Person 1): CMOS-Grundgatter

  • Erklärt das CMOS-Prinzip am Beispiel des Inverters (NOT-Gatters) mit einem NMOS- und PMOS-Transistor.
  • Begründet, warum NMOS und PMOS komplementär eingesetzt werden.
  • Konstruiert das CMOS-NAND- und CMOS-NOR-Gatter (serielle/parallele Anordnung).

Zusatz (Doppelvortrag / Person 2): Funktionale Vollständigkeit und XOR

  • Erklärt das Prinzip der „funktionalen Vollständigkeit“: Zeigt (gern per Simulation), wie man allein aus NAND-Gattern ein UND, ein ODER und ein NICHT bauen kann.
  • Stellt das XOR-Gatter (Exklusiv-ODER) vor und demonstriert dessen Logik.

Bekannt vorausgesetzt: Funktionsweise von NMOS und PMOS (Vortrag 1).


Gruppe 3: Kombinatorische Logik II – Rechnen mit Strom (Das Rechenwerk) (Sunny & Oliver)

Aufgabenstellung: Erklärt, wie der Computer mit Hilfe der Logikgatter tatsächlich rechnen (addieren) kann.

Kern (Einzelvortrag / Person 1): Halb- und Volladdierer

  • Führt kurz in die binäre Addition ein.
  • Konstruiert einen Halbaddierer (aus XOR und AND) und erklärt, warum er „halb“ heißt (fehlender Übertrag-Eingang).
  • Erweitert die Schaltung zum Volladdierer (Einbeziehung des Carry-In).

Zusatz (Doppelvortrag / Person 2): 4-Bit-Addierer und Überlauf

  • Stellt einen 4-Bit-Addierer als Reihenschaltung von Volladdierern vor.
  • Nutzt eine Simulation (z. B. Falstad, Logisim) zur Display-Darstellung einer Rechnung (z. B. 2+7).
  • Erklärt das Problem des „Carry-Out“ (Overflow), wenn das Ergebnis den 4-Bit-Zahlenraum verlässt.
  • Optional: Kurzer Ausblick auf das Zweierkomplement für die Subtraktion.

Bekannt vorausgesetzt: XOR, AND, OR-Gatter.


Gruppe 4: Sequentielle Logik – Das Gedächtnis des Computers (Max & Zana)

Aufgabenstellung: Gatter vergessen Signale sofort. Erklärt, wie Schaltungen gebaut werden, die Zustände dauerhaft speichern können.

Kern (Einzelvortrag / Person 1): Das RS-Flip-Flop

  • Erklärt das Problem der kombinatorischen Logik (kein Gedächtnis).
  • Stellt das RS-Flip-Flop (Reset-Set) aus zwei rückgekoppelten NOR-Gattern vor.
  • Zeigt (per Simulation oder Wahrheitstabelle), wie diese Schaltung 1 Bit dauerhaft speichert.

Zusatz (Doppelvortrag / Person 2): Taktung und Register

  • Erklärt das Problem unkontrollierten Umschaltens und führt das D-Flip-Flop (Data) ein.
  • Erklärt die Notwendigkeit eines Taktgebers (Clock-Signal).
  • Zeigt, wie man mehrere D-Flip-Flops zu einem 4-Bit-Register zusammenschließt, das auf Takt reagiert.

Bekannt vorausgesetzt: NOR-Gatter.


Gruppe 5: Architektur eines Computers – Die Von-Neumann-Architektur (Xenia & Elyas)

Aufgabenstellung: Setzt die bisherigen Bauteile zu einem vollständigen Rechner zusammen und erklärt das innere Zusammenspiel der CPU.

Kern (Einzelvortrag / Person 1): Komponenten und Bus-Systeme

  • Stellt die Von-Neumann-Architektur vor.
  • Erklärt die Kernkomponenten der CPU: Steuerwerk (Control Unit), Rechenwerk (ALU) und Register (aus Vortrag 4).
  • Erläutert die drei Bus-Systeme (Daten-, Adress- und Steuerbus) zur Kommunikation mit dem RAM.

Zusatz (Doppelvortrag / Person 2): Befehlszyklus und Optimierung

  • Erklärt den „Fetch-Decode-Execute-Zyklus“: Wie holt das Steuerwerk Befehle aus dem RAM, decodiert sie und lässt sie von der ALU ausführen?
  • Gibt einen Ausblick auf moderne Optimierungen wie Pipelining (Fließbandverarbeitung), um Wartezeiten zu reduzieren.

Bekannt vorausgesetzt: ALU (Vortrag 3) und Register/Taktung (Vortrag 4).


Gruppe 6: Speichertechnologien und Hierarchien (Fabian & Felix)

Aufgabenstellung: Beleuchtet die Evolution der Datenspeicherung und warum ein Computer verschiedene Arten von Speicher benötigt.

Kern (Einzelvortrag / Person 1): Die Speicherhierarchie

  • Erklärt die moderne Speicherhierarchie (Register → Cache → RAM → Massenspeicher).
  • Erklärt das Prinzip: Je näher an der CPU, desto schneller, teurer und kleiner.
  • Erläutert kurz den Unterschied zwischen flüchtigem Speicher (braucht Strom) und nicht-flüchtigem Speicher.

Zusatz (Doppelvortrag / Person 2): Evolution des Massenspeichers

  • Zeigt den historischen Weg des Massenspeichers auf.
  • Erklärt das physikalische Grundprinzip von Lochkarten (mechanisch), Magnetkern/Festplatten (magnetische Polarisation), CD/DVD (optisch) und SSD/Flash (Floating-Gate-Transistoren / Quantenmechanik).

Nicht Teil des Vortrags: Tiefgehende chemisch-physikalische Materialanalysen von Speichermedien.


Gruppe 7: Befehlssätze und Prozessorphilosophien (Hard-/Software-Schnittstelle) (Houmam)

Aufgabenstellung: Erklärt, wie Prozessoren Befehle aus Nullen und Einsen verstehen und welche Architektur-Philosophien es gibt.

Kern (Einzelvortrag / Person 1): Instruction Set Architecture (ISA)

  • Erklärt, was ein Befehlssatz (ISA) ist.
  • Zeigt den allgemeinen Aufbau eines Maschinenbefehls (Opcode + Operand/Adresse).
  • Erläutert, wie ein bestimmtes Bitmuster (Opcode) im Steuerwerk ganz bestimmte elektronische Schaltungen aktiviert.

Zusatz (Doppelvortrag / Person 2): CISC vs. RISC

  • Stellt die CISC-Architektur (Complex Instruction Set Computer, z. B. x86 in PCs) vor.
  • Vergleicht diese mit der RISC-Architektur (Reduced Instruction Set Computer, z. B. ARM in Smartphones/Apple).
  • Nennt Vor- und Nachteile (Stromverbrauch, Befehlsdichte, Komplexität des Steuerwerks).

Bekannt vorausgesetzt: Fetch-Decode-Execute-Zyklus (Vortrag 5).


Gruppe 8: Hardwarenahe Programmierung – Assembly Code (Luisa & Leonard)

Aufgabenstellung: Zeigt, wie Menschen Programme schreiben, die direkt von der CPU (den Transistoren) verstanden werden.

Kern (Einzelvortrag / Person 1): Maschinencode vs. Assembler

  • Erklärt den Sprung von unlesbarem Binärcode zu Mnemonics (z. B. ADD, MOV, JMP).
  • Teilt Befehle in Kategorien ein (Transportbefehle, Arithmetische Befehle, Steuer/Sprungbefehle).

Zusatz (Doppelvortrag / Person 2): Live-Programmierung im Simulator

  • Stellt einen CPU-Simulator vor (z. B. "Little Man Computer", "8-Bit Web-Simulator").
  • Schreibt ein kurzes Programm (z. B. Addition zweier Zahlen aus dem Speicher oder eine Endlosschleife).
  • Führt das Programm Schritt für Schritt aus, um die Arbeitsweise der Vorträge 3, 4, 5 und 7 in Aktion zu zeigen.
Bewertungsraster für Vorträge

1. Präsentationsdokument (insgesamt 4 Punkte):

  • 0 Punkte: Nicht vorhanden
    • Kein Präsentationsmedium vorgelegt.
  • 1 Punkt :Stark defizitär (Basisanforderungen nicht erfüllt)
    • Präsentation ist vorhanden, aber in wesentlichen Punkten unbrauchbar.
    • Mehrere Probleme gleichzeitig: Inhaltlich fehlerhaft, schlecht lesbar, chaotische Gestaltung, Überladung.
  • 2 Punkte: Teils brauchbar, jedoch mit deutlichen Schwächen
    • Verständlichkeit eingeschränkt.
    • Zwei Problembereiche treten sichtbar auf: z. B. zu textlastig, unklare Struktur, fehlerhafte/fehlende Inhalte, schlechte Formatierung.
  • 3 Punkte: Größtenteils gelungen mit einzelnen Optimierungsfeldern
    • Präsentation erfüllt ihren Zweck, Information ist überwiegend korrekt und verständlich.
    • Nur ein zentraler Schwachpunkt, z. B.:
    • etwas zu viel Text
    • kleinere Formatierungs- oder Strukturprobleme
    • einzelne fachliche Unklarheiten
  • 4 Punkte: Didaktisch stark & sauber gestaltet
    • Struktur klar, lesbar, inhaltlich korrekt, angemessene Informationsdichte.
    • Gestaltung unterstützt das Verständnis (Grafiken sinnvoll, Text reduziert, Fokus klar).
    • Keine wesentlichen Kritikpunkte.

2. Präsentationsweise (insgesamt 4 Punkte):

  • 0 Punkte: Keine Präsentation
    • Schüler hat nicht vorgetragen.
  • 1 Punkt: Sehr geringe Präsentationskompetenz
    • Ablesen ohne Blickkontakt, monoton, unverständlich oder kaum hörbar.
    • Kein erkennbarer Kontakt zum Publikum.
  • 2 Punkte: Erste Basisfähigkeiten sichtbar
    • Teilweise freies Sprechen oder gelegentlicher Blickkontakt.
    • Verständlichkeit und Lautstärke schwanken.
    • Präsentation wirkt noch stark vorleseorientiert.
  • 3 Punkte: Solide Präsentation
    • Sowohl Blickkontakt als auch freies Sprechen stellenweise sicher vorhanden.
    • Sprechtempo, Lautstärke und Körpersprache überwiegend angemessen.
    • Publikum wird grundsätzlich erreicht, aber noch nicht durchgängig.
  • 4 Punkte: Sicher und adressatenorientiert
    • Freies Sprechen durchgängig, klarer Blickkontakt, gutes Tempo und deutliche Sprache.
    • Präsentation wirkt sicher, ruhig und verständlich, Publikum wird aktiv geführt.
    • Einsatz der Stimme und Körpersprache fördert das Verständnis.

3. Nachfragensicherheit (insgesamt 5 Punkte):

  • 0 Punkte: Kein Verständnis
    • Keine Frage beantwortbar.
    • Keine sinnvolle Rekonstruktion erkennbar.
  • 1 Punkt: Sehr geringes Verständnis
    • Einzelne Antworten geraten oder vage formuliert.
    • Eher Zufallstreffer als fachliche Rückschlüsse.
  • 2 Punkte: Teilweise erschließbares Basiswissen
    • Manche Fragen werden nachvollziehbar hergeleitet, aber unsicher.
    • Verständnislücken deutlich spürbar.
  • 3 Punkte: Solide Rekonstruktionsfähigkeit
    • Alle Rückfragen können zumindest logisch hergeleitet oder erklärt werden.
    • Nicht alles vollständig sicher, aber fachlich tragfähig.
  • 4 Punkte: Gute Fachkenntnis mit punktuellen Unsicherheiten
    • Meiste Fragen werden klar und richtig beantwortet.
    • Unklare Punkte werden sinnvoll begründet oder logisch hergeleitet.
  • 5 Punkte: Sehr gutes Fachverständnis
    • Alle Rückfragen sicher, korrekt und verständlich beantwortet.
    • Antworten zeigen tiefes Verständnis statt reiner Reproduktion.

4. Reflexion (insgesamt 3 Punkte):

  • 0 Punkte: Keine Reflexion
    • Nur Nacherzählung oder gar kein Inhalt, keine Bewertung, kein Lerngewinn erkennbar.
  • 1 Punkt: Grundlegende Reflexion erkennbar
    • Arbeitsschritte werden beschrieben, aber kaum bewertet.
    • Einzelne Eindrücke vorhanden, jedoch ohne Begründung oder Verbesserungsideen.
  • 2 Punkte: Solide Reflexion
    • Positive und negative Aspekte werden benannt und begründet.
    • Erste Verbesserungsvorschläge bzw. Erkenntnisse sind klar erkennbar.
  • 3 Punkte: Ausgeprägte, reflektierte Auseinandersetzung
    • Bewerten statt nur beschreiben, mit klaren Ursachen und Schlussfolgerungen.
    • Konkrete Verbesserungsschritte für künftige Präsentationen benannt.

4. Videoaufnahme (insgesamt 3 Punkte, wird nur mit bewertet, wenn der Vortrag in digitaler Form gehalten wird):

  • 0 Punkte: Nicht verwertbar / Kein Video
    • Video fehlt, startet nicht oder ist technisch so schlecht, dass Inhalt kaum wahrnehmbar ist.
    • Kein Bild, kein Ton oder massive Störungen (Rauschen, Flackern, Stille, Schwarzbild).
  • 1 Punkt: Schwache Qualität
    • Man sieht und hört etwas, aber schlecht: undeutliche Stimme, sehr leise/laute Passagen, verwackelte Kamera, unsaubere Schnitte.
    • Sprecher oder Inhalte teilweise kaum zu erkennen.
    • Technische Umsetzung hemmt das Verständnis.
  • 2 Punkte: Solide, aber mit klaren Schwächen
    • Video grundsätzlich gut sichtbar und verständlich.
    • Ton okay, aber nicht immer gleichmäßig; Bildqualität teils unscharf oder schlecht ausgeleuchtet.
    • Schnitt vorhanden, aber nicht konsequent sauber (z. B. harte Übergänge, Timing-Probleme).
    • Integration eigener Aufnahme im Vortrag erkennbar, aber technisch noch ausbaufähig.
  • 3 Punkte: Klar, sauber, gut umgesetzt
    • Ton deutlich, Bild stabil, gute Helligkeit und Framing.
    • Sprecher gut erkennbar, Einblendung wirkt bewusst gestaltet.
    • Schnitte passend, nicht störend; Präsentation und Sprecher wirken wie eine Einheit.
    • Die technische Umsetzung unterstützt das Verständnis statt abzulenken.